Erziehungswissenschaften - Gymnasium Bayreuther Straße Wuppertal

Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts (Fröbel)

Fröbels Aussage stammt aus dem 19.Jahrhundert, ist aber sicherlich in ihrem Kerngedanken heute noch zutreffend. Dieser eher schlichte Satz beinhaltet grundlegende Anforderungen an einen Erzieher. Sozialkompetenz, Empathie, Bindungsfähigkeit sind wesentliche Voraussetzungen, die einen Menschen zur Liebe im Sinne Fröbels befähigen. Um ein Vorbild zu sein, muss der Erzieher eine eigene Identität entwickelt haben, moralische Urteilsfähigkeit besitzen und über gefestigte Wertvorstellungen verfügen, aus denen er seine Erziehungsziele und –methoden ableitet.

Aber nicht nur der Erzieher sollte über die zuvor genannten Kompetenzen verfügen, sondern jedes Individuum, weil es nur so fähig ist, sich in einer Gruppe kommunikativ und diskursiv zu bewegen. Das Fach Erziehungswissenschaft bietet wie kaum ein anderes Schulfach den Schüler/innen in der Auseinandersetzung mit pädagogischen Fragestellungen Hilfestellung bei der Bildung einer eigenen Persönlichkeit. Die Beschäftigung mit Themen aus den Bereichen der Pädagogik, Psychologie und Soziologie befähigen Schüler/innen nicht nur Urteilskompetenz, sondern auch Handlungskompetenz zu entwickeln. Diesem Anspruch tragen wir an unserer Schule vor allem dadurch Rechnung, dass wir neben Exkursionen und Besuchen von Experten im Unterricht im Leistungskurs am Ende des 1. Halbjahres der 11. Jahrgangsstufe ein einwöchiges fachspezifisches Praktikum durchführen.

Das Fach ist dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld zugeordnet und wird sowohl als Grundkurs als auch als Leistungskurs angeboten. Jede/r Schüler/in kann das Fach in der EF belegen, es gibt keine Ausgangsvoraussetzungen. Insofern bietet dieses Fach jedem eine Chance, einen „neuen Start“ mit interessanten und abwechslungsreichen Themen zu versuchen, die letztlich immer an die Lebenswelt und biographischen Erfahrungen gebunden sind.

Der folgende Teil gibt einen Einblick in Inhalte des Faches:

10.1: Erziehung

  • Erziehung – Was ist das überhaupt?

  • Braucht der Mensch Erziehung?

  • Wo sollte ein Mensch denn „hingezogen“ werden?

  • Auf welche Arten kann erzogen werden und wie fühlen sich die Beteiligten dabei?

  • Inwiefern hängt Erziehung ab von der Zeit, der Kultur, dem Umfeld, in dem man lebt?

  • 10.2: Lernen und Entwicklung

  • Wie beeinflussbar ist mein Verhalten?

  • Wie funktioniert Lernen?

  • Lerne ich nur, was ich lernen will?

  • Welcher Lerntyp bin ich?

  • Welche Möglichkeiten gibt es, mein Lernen zu verbessern?

  • Was passiert im Gehirn, wenn wir lernen?

  • 11.1: Entwicklung und Sozialisation in der Kindheit

  • Wie bin ich der/die geworden, der/die ich bin?

  • Warum entwickeln sich nicht alle Menschen gleich?

  • Wie entwickelt sich unser Denken?

  • Inwiefern haben unser inneres Erleben und Erlebnisse in der Kindheit Einfluss auf uns?

  • Wie entwickle ich mich zu einer einzigartigen Persönlichkeit?

  • Darf ich so sein, wie ich eigentlich bin? Welche Rolle spiele ich in der Gesellschaft und meinem sozialen Umfeld?

  • Wie können sich Kinder optimal entwickeln und dabei unterstützt werden? (Montessori)

  • 11.2: Entwicklung, Sozialisation und Identität im Jugend- und Erwachsenenalter

  • Bloß nicht werden wie die Eltern - Warum ist die Pubertät so eine schwierige Zeit?

  • Welche Aufgaben müssen Jugendliche in der heutigen Zeit lösen?

  • Identität - wann weiß ich, wer ich wirklich bin?

  • Unter Druck – warum Menschen aggressiv, gewalttätig oder kriminell werden oder Drogen nehmen und welche Präventions- und Interventionsmaßnahmen es gibt.

  • 12.1: Normen und Ziele in der Erziehung

  • Warum soll ich zur Schule gehen?

  • Welche Art von Bildung benötigen wir, um persönliche, soziale und gesellschaftliche Probleme bewältigen und ein gelingendes Zusammenleben gestalten zu können?

  • Welche aktuellen Reformen wirken in unserem Schulsystem und muss das so sein?

  • Wie kann es passieren, dass ein ganzes Volk sich zum Beispiel durch den Nationalsozialismus „umerziehen“ lässt?

  • Was hat Moralerziehung mit dem Erhalt unserer Demokratie zu tun?

  • 12.2: Identität

  • Wie finde ich mich selbst und meinen Platz in der Gesellschaft?

  • Wie frei bin ich in meinen persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten?