Gymnasium Bayreuther Straße Wuppertal

Schüleraustausch in die Toskana 2018

Vom 05.11.2018

Der von uns schon seit Monaten herbeigesehnte Schüleraustausch nach Lucca, in die Toskana, begann für uns 31 Schüler/innen am vierten Oktober schon zu einer eher gewöhnungsbedürftigen Zeit: Um 4:35 Uhr sollten wir nämlich bereits am Flughafen Köln/Bonn eingetroffen sein.
Die anfängliche Müdigkeit war jedoch schnell verflogen und die pure Freude auf Italien, das sommerliche Wetter und unsere Gastfamilien überwog spürbar.

Unsere Fahrt nach Lucca stand wohl anfangs unter keinem guten Stern, da wir unglücklicherweise den Bus vom Flughafen Pisa nach Lucca verpassten. Nach einer kurzweiligen Wartezeit saßen wir dann endlich mit unseren Koffern im Bus. Schon bald erreichten wir den Busbahnhof von Lucca, an dem wir sehr herzlich von einigen italienischen Austauschschülern und -schülerinnen und ihrer Deutschlehrerin in Empfang genommen wurden. Sie führten uns auf direktem Wege zu einem Haus in der Innenstadt, in dessen Flur wir unser Gepäck deponieren konnten. Auf diesen kurzen Zwischenstopp folgte eine von unseren Austauschschülern/innen organisierte kurze Stadtführung. Im Zuge dieser erfuhren wir schon viel über die Dinge, die Lucca ausmachen wie z. B. die Stadtmauer, die Kirchen, den Piazza dell‘ Anfiteatro, Giacomo Puccini und die Festivals und Messen, die dort jährlich stattfinden.

Gegen 13 Uhr war es dann endlich soweit und die Aufregung stieg: An einer Bushaltestelle trafen wir alle auf unsere Austauschpartner/innen. Die Begrüßung fiel überaus warmherzig aus und schon nach dem ersten Smalltalk hatten die meisten Teilnehmer und Teilnehmerinnen das Gefühl, sich schon ewig zu kennen.
Den restlichen Tag verbrachten wir dann in unseren Gastfamilien, die uns alle ganz freundlich aufnahmen und uns mit italienischen Spezialitäten verwöhnten. Einen Fehler, den ein Großteil der Gruppe begang, war, sich von dem üblichen ersten Gang, der Pasta, zu viel auf den Teller zu tun, sodass man diese Portion nur mit aller größter Mühe und Not herunterbekam. ,,Leider“ folgten danach noch eine Hauptspeise und ein kleines Dessert… Am Nachmittag haben wir fast jeder noch die Innenstadt mit unseren Italienern und Italienerinnen ein wenig erkundet oder kamen in den Genuss von bestem italienischen Eis.

Am nächsten Tag trafen wir uns gut ausgeruht und mit reichlich Proviant von unseren Gastfamilien ausgestattet an der Schule, um dann gemeinsam mit den Italienern/innen mit dem Bus nach Levanto aufzubrechen. Dort angekommen wussten wir noch nicht, dass wir gleich zu der wahrscheinlich anstrengendsten Wanderung unseres Lebens aufbrechen würden… Wir wanderten etwa drei Stunden von Levanto nach Monterosso. Dabei hatten wir etliche Höhenmeter zu überwinden, sowie einige Passagen des Weges beinahe kletternd zurückzulegen. Unsere Anstrengungen wurden aber dafür mit einer atemberaubenden Aussicht auf das tiefblaue Meer belohnt. In Levanto angekommen, fuhren wir mittels Zug wieder zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, um von dort nach Porto Venere, einer kleinen Gemeinde mit einem Hafen und einer Burg zu fahren. Nach unserer Ankunft um 20 Uhr fielen wir alle erschöpft ins Bett.



Dann war das Wochenende gekommen, welches wir in unseren Familien verbrachten. Doch bevor der Spaß und die Unternehmungen endlich losgingen, besuchten wir mit unseren Austauschpartnern/innen die Schule. Zu unserem Entsetzen findet in den meisten italienischen Schulen der Unterricht auch samstags statt; dafür haben die Schüler/innen aber keinen Nachmittagsunterricht. In den Schulstunden wurden uns von verschiedenen Schulklassen viele Fragen über Deutschland und unsere Kultur gestellt, die wir gerne beantworteten. Beendet wurde der Schultag dann durch Kurzvorträge der Italiener/innen über Lucca, seine Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten.
Nach der Schule haben wir allerhand verschiedene Dinge erlebt: Manche gingen mit ihren Austauschpartnern essen, andere zog es in die Innenstadt und wieder andere in nahegelegene Städte. Am Abend trafen wir uns dann fast alle zum gemeinsamen Pizzaessen und nächtlichem Bummeln durch die Stadt. Man kann wirklich sagen, dass mit den Italienern/innen immer Stimmung am Tisch ist!
Am Sonntag machten wir uns auf den Weg nach Viareggio, einer Stadt, die nicht nur einen Strand, sondern auch eine riesige Shoppingmeile zu bieten hat. Wir flanierten an den Geschäften vorbei, spielten Ballspiele am Strand und genossen das fabelhafte Wetter. Bevor es am Abend zurückging, konnten wir noch einen wahnsinnig schönen Sonnenuntergang am Meer genießen und dann auf die leckerste kulinarische Versorgung in den Gastfamilien hoffen.

Am Montag stand der Ausflug nach Pisa an. Während unsere Austauschpartner/innen in der Schule waren, besichtigten wir alle Sehenswürdigkeiten des Piazza dei Miracoli, zu Deutsch: ,,Platz der Wunder“. Wir waren im prachtvollen Dom, im Baptisterium, der größten Taufkirche der Welt, der Friedhofsanlage mit Kreuzgängen und das weltberühmte Wahrzeichen der Stadt, den schiefen Turm von Pisa, bestaunten wir von außen. Die ganzen Eindrücke wurden durch kleine Referate unsererseits umrahmt. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, die typischen Touristenbilder mit dem Turm zu schießen, worauf es dann so aussieht, als würde man den Turm umstoßen oder auffangen. Danach bummelten wir noch durch die Geschäftsstraßen und trafen abends in Lucca ein.

Einen Ausflug nach Florenz, der Stadt, die auch als Wiege der Renaissance bezeichnet wird, unternahmen wir am folgenden Tag. Unser erster Gang führte uns zu einer prächtigen Kirche und von dort aus zum gigantischen Dom mit Baptisterium, dessen Baukunst wir bei einem Rundgang sehr bewunderten. Weiter ging es zum naturwissenschaftlichen Museum Galileo Galilei, welches wir besichtigten. Danach hatten wir eine kleine Mittagspause, um dann anschließend über die berühmte Handelsbrücke Ponte Vecchio, auf der heutzutage hauptsächlich Juweliere ihre Geschäfte haben, zum Palazzo Pitti zu gehen. Er war die Residenz der toskanischen Herzöge. In der nach Florentina, der römischen Göttin der Blumen benannten Stadt, konnten wir auch eine Kopie von Michelangelos David auf einem Platz bewundern. Die Originalstatue steht in den Uffizien in Florenz. Nach Freizeit zum Shoppen, fuhren wir abends wieder zurück nach Lucca.

An unserem letzten Tag in der uns schon vertrauten Stadt Lucca, klapperten wir mit Frau Dr. Schmidt und Frau Gößmann allerhand Sehenswürdigkeiten ab, unter anderem besichtigten wir in zwei Gruppen Puccinis Geburtshaus, in dem wir sogar seinen Original-Flügel sehen konnten. Ferner machten wir auch in diesen zwei Gruppen eine Radtour über die Stadtmauer, was uns nochmal eine andere Sicht auf Lucca bot. Eine Gruppe schaffte es noch, den Torre Guinigi zu besteigen, von dem man einen atemberaubenden Blick über die Stadt hat. Die andere Gruppe kam leider aus Zeitgründen nicht in den Genuss dieser wunderschönen Aussicht. Am Abend stieg dann die Abschiedsparty in dem Restaurant eines Austauschschülers. Obwohl der Abschied nahte, war die Stimmung auf der Party recht ausgelassen und wir hatten einen echt schönen Abend, der mit dem gemeinsamen Singen unseres Austauschsongs ,,Applaus, Applaus“ beendet wurde.

Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen, welcher sehr emotional ausfiel. Doch wir können uns mit dem Gedanken trösten, dass die Italiener/innen nächstes Jahr Jahres zu einem Gegenbesuch nach Wuppertal kommen werden.



Abschließend lässt sich sagen, dass dieser Austausch eine fantastische Gelegenheit war/ist, um echte Freunde zu finden und die italienische Kultur kennenzulernen. Von den Italienern können wir uns ganz gewiss den Mut zur Spontanität, ihre grenzenlose Gastfreundschaft und das Wertschätzen der eigenen Familie, besonders der Großeltern abschauen. Die durch die Reise entstandenen Freundschaften, haben bestimmt Potential ein Leben lang zu halten. Einige von uns wurden von ihren Partnern/innen auch schon eingeladen, sie nochmal in Lucca zu besuchen.
Wir sind dankbar für so eine tolle Erfahrung -ich glaube, da spreche ich im Namen aller- und freuen uns schon, den Italienern/innen im nächsten Jahr Wuppertal zu zeigen.

Text: Patricia Wefers
Fotos: Patricia Wefers und Tobias Kleinlauf

Christian Weier