Gymnasium Bayreuther Straße Wuppertal

¡Viva México! – Delia Uhl berichtet von ihren Erfahrungen in Mexiko

Vom 14.10.2017

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In den drei Monaten, die ich Anfang diesen Jahres in Mexiko verbracht habe, habe ich viel erlebt und gelernt. Vor allem habe ich meine Spanischkenntnisse verbessert. Nachdem ich kaum mehr als einen Monat Spanisch gelernt hatte, kam ich nach Guadalajara in eine Familie, in der nur eine der vier Töchter – meine Austauschpartnerin Fernanda – Deutsch spricht, mit dem Rest habe ich mich auf Spanisch unterhalten.

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Meine Austauschfamilie hat viel mit mir unternommen: an einem langen Wochenende sind wir nach Uruapan gefahren, um einen Großvater von Fernanda zu besuchen. Während der vier Tage, die wir dort waren, haben wir eine nahegelegene Insel und einen Nationalpark besichtigt und ich habe noch viel mehr von Mexiko gesehen. Besonders gut im Gedächtnis geblieben ist mir ein Abendessen. In Hütten wurde eine Art Maisbrei ausgeteilt und während wir diesen gegessen haben, haben wir uns mit der Verkäuferin unterhalten. Sie hat uns erzählt, sie sei 85 Jahre alt und hätte zig Geschwister, den Überblick, was die jetzt so machen oder wo und ob sie leben hat sie nicht mehr. Die zweite Reise, die wir gemacht haben, führte durch ewige Kakteenlandschaften nach Ixtapa an den Strand (Pazifik). Bei 32°C war es sehr erfrischend, ein Meer zu haben, in dem man baden konnte. Nach vier Tagen ging es jedoch – mit Kokosnüssen als Reiseproviant – schon wieder zurück in den Schulalltag.

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Das „Colegio Aléman de Guadalajara“ ist eine Privatschule, weswegen die Klassen rund 10 Personen groß sind. Manche Fächer werden auf Spanisch unterrichtet und neben dem Deutschunterricht werden auch noch Fächer wie Chemie, Geschichte und Biologie auf Deutsch gelehrt. Ein ganz besonderes Ereignis war Karneval. Schon Wochen zuvor hatten die Klassen begonnen, sich ein Lied auszusuchen, zu dem sie sich einen Tanz mit Verkleidungen ausdenken durften. Dieser wurde dann an Karneval aufgeführt, die Gewinner haben die Lehrer ausgewählt. Generell lieben die Mexikaner Feiern, auch bei den jüngeren Leuten ist „Mariachi“, eine typisch mexikanische Musikrichtung, neben amerikanischen Charts sehr beliebt.

Auch das Essen ist in Mexiko ein wichtiges Thema. Neben mexikanischen Gerichten wie Enchiladas, Quesadillas (Tortillas mit geschmolzenem Käse), Sopes (Maistörtchen mit Bohnen und Avocado) oder Moletas (Brötchen mit Bohnenmus und Käse) gibt es eine riesige Auswahl an frischen Früchten. Besonders Avocados gehören zu den meisten Mahlzeiten dazu.

An einem typischen Tag bin ich nach dem Schulschluss um 14.20 oder 16.00 Uhr mit zu den Nachhilfestunden der Mädchen gefahren und habe mich währenddessen mit der Mutter unterhalten oder ich bin mit Fernanda ins Fitnessstudio gegangen.

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Von den Eindrücken, die man in Deutschland manchmal von Mexiko hat – Drogenkartelle und einen gefährlichen Alltag – bekommt man, wenn man keine Zeitungen liest, dort wenig mit. Zwar hat uns die Mutter überall hin gefahren, da es zu unsicher sei, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder ganz alleine durch die Straßen zu spazieren, aber alle Menschen, die ich angetroffen habe, waren sehr herzlich, offen und gastfreundlich, ganz nach dem Motto „der Gast ist König“.



Text/ Bild: D. Uhl


Gastfamilie werden – Erfahrungen in Mexiko machen

Seit einigen Jahren haben wir gute Kontakte zu der Deutschen Schule in Guadalajara, Mexiko. Bisher haben zwei Schüler/-innen Delia Uhl (Jg 11) sowie Paul Podeschwa (Jg 11) diese Möglichkeit genutzt, um das Land, die Kultur und die Menschen in Mexiko kennenzulernen. Im Gegenzug haben sie es mexikanischen Schüler/-innen ermöglicht, eine erfahrungsreiche Zeit in Deutschland zu verbringen. Jedes Jahr sucht die Deutsche Schule Guadalajara Austauschpartner/-innen bzw. Gastfamilien für ihre Schüler/-innen. Für mehr Information schreiben Sie eine E-Mail an: international(at)gymbay.de.

Bernd Spira